Stabkirchen in Norwegen

Die Stabkirchen in Norwegen sind mit die ältesten, heute noch erhaltenen, Holzgebäude der Welt und fast ausschließlich in Norwegen zu finden. Ihren Namen haben sie von den senkrechten Holzpfählen, den „Stäben”, die das Hauptgerüst der Kirche bilden. Meistens bestehen diese scheinbar endlos langen Pfeiler aus Fichtenstämmen, die im Vorfeld sorgsam ausgewählt, entastet und entrindet wurden.
Aufbau einer Stabkirche
Stabkirchen können ein- oder dreischiffig sein, ihr Dach ist steil und mehrstöckig gestuft. Meist trugen die Dächer Drachenköpfe, die Überbleibsel aus der vergangenen Wikingerzeit sind. Auch im Inneren finden sich kunstvoll stilisierte Tier-Schnitzereien. Als die Christianisierung im Land voranschritt, wurden die mystisch anmutenden Ornamente zurückgedrängt und durch eine kargere Ornamentik ersetzt, die sich an den neu entstandenen Steinbauten orientierte. Ihre Blütezeit erlebten die Stabkirchen im 12. und 13. Jahrhundert: insgesamt 750 entstanden zu dieser Zeit. Die ältesten Gebäude werden allerdings ins 9. Jahrhundert datiert. Größtenteils sind die Kirchen dem Verfall zum Opfer gefallen, wenige wurden aus Platzgründen abgerissen. 31 Stabkirchen sind allerdings bis heute in ganz Südnorwegen zu bewundern.
Stabkirche von Urnes
Besonders sehenswert ist wohl die Holzkirche in Urnes- die älteste Stabkirche in Norwegen. Von außen betrachtet wirkt das schlichte Holzgebäude recht unscheinbar: lediglich das Nordportal ist mit kunstvollen Reliefen, die ineinander verschlungene Schlangen, Hirsche und Äste zeigen, verziert. Spektakulärer wirkt die Stabkirche bei Borgund. Ihr sechsstufiger Aufbau zählt zu den Highlights norwegischer Baukunst. Weitere schöne Stabkirchen finden sich in Harderland, Buskerud und der Telemark.
(Bildquelle: kkoehler)
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