Arktischer Rat bekommt festen Sitz in Trømso

01.02.2013
Der Arktische Rat, der für die Koordination zwischenstaatlicher Vorhaben in der Nordpolregion zuständig ist, bekommt nun einen festen Standort  im norwegischenTrømso. Zu den Mitgliedern des Rates zählen die Anrainerstaaten Norwegen, die USA, Kanada, Russland und Dänemark sowie Finnland, Island und Schweden. Die indigene Bevölkerung wird durch sechs Dachverbandgruppen repräsentiert.

Das Interesse an der Polarregion steigt

Standen bisher hauptsächlich Themen wie Klimawandel auf der Tagesordnung des Forums, geraten nun Verhandlungspunkte um Erdölressourcen und Seehandelsrouten immer mehr in den Mittelpunkt. Grund ist, dass das Interesse der Anrainerstaaten an der nördlichen Polarregion stetig wächst. Durch den schnellen Temperaturanstieg in der Arktis und das damit verbundene Abschmelzen der riesigen Eisflächen ist die unwirtliche Region als Wirtschaftsraum zunehmend attraktiver geworden. Forscher vermuten unzählige Millionen Barrel Erdöl sowie wertvolle Mineralien unter der festen Eisdecke, die nun leichter gefördert werden könnten.

EU und China auf der Anwärterliste

Weiterhin wird die Nordpolregion durch das abschmelzende Eis auch für den Warenverkehr attraktiv. Die Schiffsrouten zwischen Asien und Europa sowie zwischen Asien und Nordamerika könnten sich deutlich verkürzen, da ansonsten umwegsames Gebiet, plötzlich befahrbar werde. All dies ruft neben den Arktisländern auch weitere Interessenten auf den Plan, so wollen die EU, China, Japan und Südkorea in die Liste der ständigen Beobachter aufgenommen werden- ein Anliegen das nicht bei allen Mitgliedern auf Begeisterung stößt. So standen die Vertreter der indigenen Bevölkerung bereits 2009 einer Einflussnahme seitens der Europäischen Union skeptisch gegenüber. Ob es in diesem Bewerbungsdurchgang zu einer Aufnahme kommt ist derzeit noch unklar und wird in naher Zukunft von den Mitgliedsstaaten des Arktischen Rats entscheiden.

Ähnliche Beiträge

Tags: , , , ,