„Min kamp“ sorgt für Furore

26.02.2010

Ganz Norwegen erwartet derzeit den vierten Band des Mammutromans „Min kamp“ (deutsch: Mein Kampf) des norwegischen Schriftstellers Karl Ove Knausgård. Obwohl der Roman mit dem äußerst provokanten Titel in keiner Weise mit dem in Deutschland verbotenen Hitler-Roman „Mein Kampf“ in Verbindung gebracht werden kann, ist die Aufregung um das autobiografische Werk groß. Fans schwören auf die eindringliche Kraft der Sprache, mit der der 41 jährige sein Leben und insbesondere das schwierige Verhältnis zu seinem Vater und seinem Bruder beschreibt.

Harte Kritik für Knausgård

Ganz im Gegenteil zu betroffenen Personen aus Knausgårds Leben, die teils mit richtigem Namen in seinen Büchern vorgestellt werden. Diese fühlen sich durch  die Darstellungen des Schriftstellers bloßgestellt und 14 von ihnen verfassten nun eine Erklärung in der sie „Min kamp“ als „Judasliteratur voller Beleidigungen, fehlerhafter Personendarstellungen und Anprangerungen“ bezeichneten.

Band 5 und 6 folgen in Kürze

Kritik erfolgte auch durch den Schriftstellerkollegen Jan Kjærstad, der daraufhin, ganz nach Knausgård-Art, kurzerhand in den vierten Band eingebaut wurde. Band 5 und 6 werden voraussichtlich bis zum Sommer 2010 erscheinen. Im letzten Band sollen übrigens die heftigen Reaktionen auf „Min Kamp“ thematisiert werden. In Deutschland ist das viel diskutierte Werk frühestens im Jahr 2011 erhältlich. Wer schon einmal einen Vorgeschmack auf Knausgårds Schreibstil erhalten möchte, sollte einen Blick in den derzeit in Deutschland erhältlichen Roman „Alles hat seine Zeit“ werfen.

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